Freitags Rant II – „Gern geschehen“

Es gibt im Übrigen erfahrungsgemäß noch eine Steigerung zum Thema der letzten Woche, die mir im Lauf dieser Woche, während ich vermehrt in den Kaufhäusern der Stadt unterwegs war, mal wieder bewusst wurde. Und schon komme ich mir wie der gelangweilte Rentner vor, der nix besseres zu tun hat, als seinen Unmut über den Zaun zu wettern, dass die Jugend von heute kein Benehmen mehr hat. Eine Serie sollte das hier eigentlich nicht werden... However.

Zwei Worte, die einem viele Türen öffnen: "Ziehen" und "Drücken"

Wie am letzten Freitag schon betont, bin ich ein relativ freundliches Kerlchen, wenn man mich nicht reizt. Dazu gehört auch, in Büros, Kaufhäusern oder anderen öffentlichen Gebäuden nach dem Hindurchgehen durch Türen einen kurzen Blick nach hinten zu werfen und gegebenenfalls kurz mit der Tür am langen Arm inne zu halten, um nachfolgenden Mitmenschen diese nicht vor der Nase zufallen zu lassen. Finde ich einfach netter.

Nun, die Erfahrung zeigt, dass man gegenüber vielen Mitmenschen keine allzu großen Erwartungen haben darf, was das kurze Innehalten angeht. Damit kann ich leben, bin ja schon groß und bekomme meine Tür im Normalfall auch selber auf.

Was mich stört, sind die Spezialisten, die sich nicht einmal die Mühe machen, die Tür vielleicht mal selber festzuhalten, quasi "abzunehmen", und erhobenen Hauptes, mit sturem Blick geradeaus die aufgehaltene Tür durchschreiten, als wären sämtliche Menschen in der Umgebung ausschließlich als Bedienstete und Servicekräfte anzusehen. Daher erübrigt sich selbstverständlich jede Form von angedeutetem Dank oder zumindest Erkenntnis, was da grade passiert ist. Nämlich eine freundlich gemeinte Geste. Ich stelle mir meistens vor, dass solche Leute auch im Pluralis Majestatis von sich reden.

In diesen Fällen pflege ich, bei Erkennen eines solchen Verhaltens, die Tür einfach los zu lassen. Von Zeit zu Zeit erwischt man eine/n an der Schulter oder die Tür fällt in die Hacken. Der Blick und der Kraftausdruck im Singularis Proletaris ist dann meistens unbezahlbar, besonders, wenn man diesen mit freundlichem Lächeln erwidert. Gern geschehen.

 Und wie war Eure Woche so?

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